Mein Motto 2019 ist FOKUS. Ich möchte mich fokussieren – auf das, was wichtig ist. Auf das, was mich einfach voranbringt und bei dem ich ein gutes Gefühl habe. Geht es dir auch so?

Du kennst bestimmt die Situationen, in denen man eine Anfrage zu einem Interview bekommt oder Bekannte einen zu der zigsten Veranstaltung, After-Work-Geschichte oder Café-Treffen einladen. Und du denkst: Puh, eigentlich habe ich diese Woche schon so viel vor. Oder: Eigentlich bringt mir der Austausch nie so richtig etwas. Aber du tust es trotzdem. Vielleicht aus Pflicht- oder Schuldgefühlen, um nichts zu verpassen oder weil andere es eben auch so machen.

Weil ich das von mir selbst sehr gut kenne und dieses Thema in letzter Zeit immer wieder in Gesprächen mit anderen Selbstständigen auftaucht, möchte ich dir heute gerne 5 Themen mit an die Hand geben, bei denen es sich unbedingt lohnt, sich zu fokussieren.

Fokussiere dich!

Damit deine Zeit gut genutzt ist und du die Gedanken frei hast für die wirklich wichtigen Themen.

Leistungsangebot

Du bietest Workshops an, 1zu1-Beratungen, einen Online- und einen E-Mail-Kurs? Daneben gibt es noch reichlich kostenlosen Content, nämlich Blogartikel, Podcastfolgen, Youtubevideos und am besten auch noch regelmäßige Insta- und Facebook-Lives. Ganz zu schweigen von deiner Facebook-Communitie und der Bespielung von Pinterest. Zu Weihnachten hast du einen Adventskalender angeboten?

Puh – wann schläfst du eigentlich noch? Ist das alles wirklich notwendig?

Wahrscheinlich nicht. Klar, du möchtest dich als Expertin auf deinem Gebiet positionieren, Inhalte für dich sprechen lassen, deine Kunden auf allen möglichen Kanälen erreichen, um ja niemanden zu verpassen. Und du wirst sie alle erwischen, da bist du dir sicher.

Wirklich? Muss das sein? Warum fokussierst du dich nicht? Auf eine bestimmte Zielgruppe, auf ein spezialisiertes Thema, auf eine bestimmte Strategie, um deine Ziele zu erreichen. Du musst nicht jeden Tag irgendetwas veröffentlichen.

Letztes Jahr saß ich mit jemandem zusammen, die wahnsinnig viel Zeit in Podcast-Folgen investierte. Als wir ihr Kommunikationsziel definierten, nämlich sich insbesondere über den Podcast als Expertin zu positionieren und ihre KundInnen mit ihrer sympathischen und kompetenten Art für sich zu gewinnen, fiel ihr auf: Sie investierte den Großteil ihrer Zeit in das Interviewen ANDERER Experten. Dabei hatten sich schon ihre Zuhörer beschwert, dass sie weniger ANDERE Experten zu Wort kommen lassen sollte und vielmehr sie selbst ihr Wissen und ihre Meinung zu den Themen äußern sollte. Denn darum hören die Menschen ihren Podcast. Um SIE zu hören. Daraufhin konnte sie wahnsinnig viele Stunden endlich in ihre eigene Positionierung investieren, anstelle nur den Expertenstatus anderer hervorzuheben.

Themen

Das gleiche gilt für die Themen, über die du sprichst. Zahlt jeder einzelne Blogbeitrag wirklich auf dein Businessthema und deine Strategie ein? Siehst du bei jeder Podcast-Folge deine Zielsetzung, die du damit verfolgst, vor Augen?

Wenn nein, dann schau dir noch einmal deine Strategie an: Welche Ziele hast du dir gesetzt und welchen Fokus gelegt, sei es auf deine Zielgruppe, deine Ausrichtung, deine Werte? Sie zeigen dir genau auf, welche Themen dann auch darauf einzahlen.

Manchmal fühlen sich Themen im ersten Moment gut an. Und stellen sich später als “abtrünnig” heraus. Zum Beispiel wenn du Social-Media-Managerin für Gastronomie-Betriebe bist. Natürlich könntest du über Social-Media-Trends, die 5 größten Social-Media-Fehler oder Content-Marketing-Hacks schreiben. Aber was interessiert deine Zielgruppe wirklich? Vielleicht welche 7 Fehler Café-Besitzer unbedingt bei Facebook vermeiden sollten, welche Beispiel-Restaurants eine besonders überzeugende Social-Media-Strategie fahren … oder wie man Fotos von Gerichten macht, die auf Instagram  jeden überzeugen .

Kooperationen

Wenn du ein besonders nischiges Thema besetzt, wirst du schnell merken, dass immer wieder Kooperations- und Interviewanfragen reinkommen. Was im ersten Augenblick großartig klingt, sollte aber dreimal durchdacht werden. Nicht jede Anfrage passt zu deinem Business(-thema), deiner Strategie und deinen diesjährigen Zielen.

Natürlich ist es schön, wenn jemand ein Interview mit dir veröffentlicht. Aber was ist das genau für eine Person? Für welche Werte steht sie? Welche Produkte verkauft sie? Und passt das vorgeschlagene Interviewthema gerade bei dir rein?

Es ist toll, wenn die ersten Kooperationspartner auf dich zukommen. Aber auch hier: Passen Thema, Produkt, Ausrichtung zu dir?

Natürlich ist es vollkommen legitim, auch einfach mal etwas zu tun, weil man Lust darauf hat. Ich meine, das ist ja wohl einer der Hauptgründe einer Selbstständigkeit, oder? Dass wir selbst entscheiden können, was wir tun möchten. Dann passt es mal eben nicht zu 100 Prozent. Aber diese “Glücklichmacher” kann man nur ruhigen Gewissens annehmen, wenn man ansonsten fokussiert vorgeht. Ansonsten werden die Ausnahmen zur Normalität und der Fokus gerät ins Schwanken.

Tools

Drei Social-Media-Tools, zwei für die Buchhaltung, eines für die Zeiterfassung, ein anderes als CRM, eines für die Rechnungen, ein weiteres als Aufgaben-Tool. Dann noch ein digitales Notizbuch, zwei Chat-Systeme zum Austausch mit Kollegen und Kunden …

Heutzutage ist es bestimmt gar nicht so einfach, da den Überblick oder – ‘tschuldigung, den Fokus – zu behalten. Und doch war es wahrscheinlich nie einfacher, Tools auszuwählen, die möglichst viel abbilden und sich ineinander integrieren lassen. Außerdem braucht es doch gar keine drei Tools allein für Social Media, oder? Wenn man so viele Kanäle im Einsatz hat, dass man gleich drei Tools zur Bespielung braucht, sollten vielleicht noch mal bei der Kommunikationsstrategie die Daumenschrauben angesetzt werden.

Menschen

Du hast richtig gelesen: Menschen. Das klingt im ersten Moment irgendwie hart, verhält sich aber ähnlich zum Privatleben. Dort sagen wir – hoffentlich – auch nicht zu jedem Menschen ja, treffen uns jeden Abend mit Menschen, die wir gar nicht richtig mögen oder wo wir jedes Mal danach feststellen, dass wir so gar nichts aus dem Abend mitgenommen haben.

Mir ging es im vergangenen Herbst so. Ich merkte, dass ich mich bezüglich meiner Termine, Treffen etc. irgendwie verrannt hatte. Was ich wirklich an der Selbstständigkeit schätze, ist der viele Austausch mit Menschen, die eine ähnliche Mentalität wie man selbst leben. Aber trotzdem muss ich doch nicht mit jedem, den ich auf einer Netzwerkveranstaltung getroffen habe, Café trinken oder essen gehen. Manchmal passt es auch einfach überhaupt nicht – thematisch, menschlich, bezüglich des Mindsets.

Bei diesem Thema geht es mir besonders darum, mich mit Menschen zu umgeben, die ein positives Mindset haben, bei denen man sich gegenseitig bereichern und inspirieren kann. Bei diesen Menschen ist es mir dann auch egal, wann oder wie lange ich mit ihnen Café trinken gehe – weil es einfach Spaß macht und man danach zehnmal motivierter und effektiver an den Schreibtisch zurückkehrt, als man es allein gekonnt hätte.

Fallen dir weitere Bereiche ein, bei denen wir uns als Selbstständige stärker fokussieren sollten?

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