Für manche Menschen ist es direkt klar, welches ihr Herzensthema ist. Und andere suchen Jahre danach und sind sich dann immer noch nicht ganz sicher. Ich selbst habe einige Zeit gebraucht, um hinter mein eigenes zu kommen und zu verstehen, dass das etwas ist, was ich beruflich weiterverfolgen möchte. Weil ich jederzeit an den Laptop gehen und daran weiter arbeiten kann. Weil es mir nie so vorkommt, als würde ich arbeiten.

Wie finde ich selbst heraus, in welchem Thema ich aufgehe?

Es gibt verschiedene Methoden herauszufinden, bei welchem Thema wir gar nicht mehr aufhören können. Hier sind ein paar Beispiele für dich:

Sei dein eigener Stalker

Social Media sei Dank (zumindest bei sehr vielen), dass wir uns mittlerweile komplett von Außen betrachten können. Schau dir also Folgendes an:

Dein Instagram-Account: Welchen Unternehmen und Influencern folgst du hier? Gehe zu deiner Abo-Liste und liste die ersten 10 Unternehmen/Influencer auf, die du hier findest (keine Privatpersonen!). Schreibe jeden Namen auf eine Karte und verzeichne hier direkt, warum du diesen Accounts folgst und welches Gefühl das bei dir auslöst.

Deine Pinterest-Pinnwände: Welchen Pinnwänden folgst du? Warum folgst du ihnen? Was gefällt dir am besten und bei welchem Stichwort wirst du regelmäßig süchtig, wenn du es in die Suche eingibst und die Ergebnisse durchgehst? Schreibe auch das auf Karten.

Dein Facebook-Profil: Wem folgst du am liebsten? Welche Seiten hast du abonniert? Auf welche Events gehst du gerne beziehungsweise welche hast du mit “interessiert” markiert? Ab auf die Karten.

Anschließend clusterst du die Karten (leg sie auf einen großen Tisch oder pinne sie an eine Pinnwand) und gib den einzelnen Kategorien Überschriften.

Findest du Muster, Zusammenhänge, Schwerpunkte?

Ab ans Telefon

Eine weitere Methodik, um dem Kern näher zu kommen, ist, deine engsten Freunde und Verwandten anzurufen (das kennst du schon aus dem Beitrag, wie du deine berufliche Persönlichkeit findest).

Ruf also deine Mutter, deinen Vater, deine besten Freunde an. Idealerweise sprichst du mit Menschen, die dich als Kind schon gekannt haben. Denn als Kind verfolgen wir oft ungefiltert unsere Interessen und leben Hobbies aus. Was können andere dir also über dich selbst erzählen?

Stelle ihnen ein paar Fragen:

  • Wie war ich als Kind? Was waren meine Stärken und Schwächen?
  • Worauf hatte ich als Kind immer Lust? Und wozu nicht?
  • Was war mein Traumberuf?
  • Mit welchen Menschen habe ich mich gerne umgeben?
  • Wie schätzt du mich heute ein? Was sind meine Stärken?
  • Worüber sprechen wir am liebsten?
  • Bei welchem Thema merkst du, dass ich am meisten Begeisterung dafür aufbringe?

Hast du noch ein Tagebuch aus der Zeit? Abgesehen von regelmäßigen Lachanfällen steht da sicher viel Hilfreiches drin.

Sei stark

Bei dieser Übung werden die meisten von uns zurückhaltend. Es geht um deine Stärken. Ich habe mir eine Zeit lang regelmäßig meine Stärken aufgeschrieben, um mir darüber bewusster zu werden und das in meine Findungsphase einfließen zu lassen. Das hat nichts mit Selbstbeweihräucherung zu tun.

Meine Liste lautet beispielsweise so:

  • Gewohnheiten verändern, Neues ausprobieren, Erfolge feiern
  • Etwas auf den Punkt bringen, Unverständliches verständlich machen
  • Kreativität mit Struktur kombinieren, Selbst- und Zeitmanagement leben und optimieren
  • Ein Gefühl übertragen, Impulse geben, Begeisterung leben (ich habe mal bei einem Stammtischtreffen so begeistert über die KonMarie-Methode geredet, dass sich anschließend fünf Personen das Buch gekauft haben)
  • In Projekte stürzen, Themen recherchieren, mit etwas auseinandersetzen

Auch das kommt auf die Kärtchen.

Hab Geduld

Wenn du jetzt vor deinen Kärtchen sitzt und dich über die Papierverschwendung ärgerst, dann bist du auf dem richtigen Weg. Lass das Ganze ein bisschen nachwirken, schau dir in den nächsten Tagen immer wieder die Karten an, füge etwas hinzu, schmeiße etwas raus.

Im Laufe der Zeit sollte sich ein Bild vor deinem inneren Auge formen. Vielleicht nimmt es nach zwei Wochen Gestalt an, vielleicht aber auch erst nach zwei Monaten. So oder so – du kommst deinem Herzensthema näher.

 

Was ist dein Herzensthema?

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